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Sicherheit an Bord

Lifebelts und Lifelines: richtig wählen und richtig benutzen

Ein Lifebelt verhindert nicht den Sturz, sondern dass Sie über Bord gehen und im Wasser bleiben. Dafür braucht es drei aufeinander abgestimmte Teile: Gurt, Sicherheitsleine und Lifeline an Deck.

Von Das BarcoEquipado-Team Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

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So wählen Sie einen Lifebelt fürs Segeln

Ein Mensch über Bord bei Nacht und schlechtem Wetter, von einem Boot, das weiterfährt, hat nur sehr geringe Chancen, geborgen zu werden. Das Prinzip ist daher einfach: nicht über Bord gehen, und dafür braucht es ein vollständiges System.

Die drei Teile des Systems

  • Gurt oder Weste mit integriertem Gurt: der Teil, den Sie tragen. Er muss die Last auf Brust und Rücken verteilen.
  • Sicherheitsleine (Tether): verbindet den Gurt mit dem Boot. Sie ist das am stärksten belastete Glied.
  • Lifeline (Jackstag): ein fest verlegtes Gurtband entlang des Decks, in das die Leine eingepickt wird, damit Sie sich ohne Aushaken bewegen können.

Getrennter Gurt oder in die Weste integriert

OptionVorteileNachteile
Aufblasbare Weste mit integriertem GurtEin Kleidungsstück: Auftrieb und Einpickpunkt. Bequem und immer am KörperMuss wie eine Automatikweste gepflegt werden: jährliche Patronenprüfung
Eigenständiger Gurt über der WestePraktisch, wenn Sie schon eine Schaumstoffweste haben oder die Weste wechseln wollen, ohne den Gurt zu ersetzenMehr Gurte, etwas mehr Volumen und mehr Einstellpunkte

Achten Sie auf die Norm ISO 12401, die Sicherheitsgurte und Sicherheitsleinen für Sportboote an Deck behandelt, sowie auf die CE-Kennzeichnung. Ein Klettergurt oder Gurt für Arbeiten in der Höhe ist kein Ersatz: Er ist weder für das Wasser noch für die Art von Sturz an Bord gedacht.

Die Sicherheitsleine: Länge und Karabiner

LeinentypEinsatz
Ein Karabiner, 1 mArbeiten an einer festen Stelle, etwa am Mastfuß
Y-Form, zwei Karabiner, etwa 2 mAm gebräuchlichsten: Sie bewegen sich, ohne je ungesichert zu sein
Y-Form mit drei KarabinernVerbindet einen kurzen und einen langen Strang für Arbeiten am Mast oder an Deck
ElastischZieht sich selbst ein und stört nicht; dehnt sich bis zur vom Hersteller angegebenen Länge
  • Selbstsichernde Karabiner, groß genug, um in das Gurtband der Lifeline zu passen.
  • Je kürzer, desto besser: Die Leine soll verhindern, dass Sie ins Wasser gelangen, oder den Sturz so weit wie möglich begrenzen.
  • Prüfen Sie, dass Nähte und Gurtbänder von einem seriösen Hersteller stammen und in gutem Zustand sind.

Achtung: Picken Sie die Leine niemals an Relingsstützen, Seereling oder Beschläge, die nicht für Ihr Gewicht ausgelegt sind. Nutzen Sie nur Decksaugen oder die Lifeline.

Die Lifeline an Deck

  • Verwenden Sie flaches Gurtband, kein rundes Tauwerk: Es rollt nicht unter dem Fuß und nimmt den Karabiner besser auf.
  • Verlegen Sie sie vom Bug zum Heck entlang der Bootsmitte, nach Möglichkeit auf beiden Seiten, damit Sie innen bleiben und nicht über die Reling steigen können.
  • Befestigen Sie sie an stabilen Decksbeschlägen. Sie soll straff sein, ohne Durchhang.
  • Legen Sie sie vor dem Ablegen aus, nicht erst bei schlechtem Wetter.
  • Führen Sie das Gurtband nicht über scharfe Kanten oder durch enge Durchlässe, wo es scheuern und verschleißen kann.

Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit: Bleiben Sie bei schneller Fahrt eingepickt, werden Sie durchs Wasser geschleift, und Atmen wird schwer. Deshalb zählen eine kurze Leine und eine mittig verlegte Lifeline mehr als jedes Zubehör, und viele Segler halten ein Seemannsmesser griffbereit, um sich notfalls zu befreien.

Wann einpicken

  1. Nachts ohne Ausnahme und immer, wenn Sie allein an Deck sind.
  2. Bei grober See, starkem Wind oder beim Reffen.
  3. Beim Verlassen des Cockpits Richtung Bug oder Mast.
  4. Bei Einhandsegeln oder auf Überfahrt.
  5. Vor jedem Manöver mit Sturzrisiko.

Tipp: Picken Sie vor dem Verlassen des Cockpits ein, nicht erst draußen. Und vereinbaren Sie mit der Crew, wo der Einpickpunkt für jede Position liegt.

Pflege und Prüfung

  • Nach dem Segeln mit Süßwasser spülen und im Schatten trocknen; Salz und UV-Strahlung schädigen das Gurtband.
  • Nähte, Schnallen, Karabiner und Gurtbänder vor jeder Saison prüfen und bei Verschleiß, Schnitten oder Korrosion ersetzen.
  • Leine und Gurt nach einem schweren Sturz oder starken Ruck ersetzen, auch wenn kein Schaden sichtbar ist.
  • Trocken lagern, fern von Öl, Lösemitteln und direktem Sonnenlicht.

Zur persönlichen Sicherheit gehören außerdem ein persönlicher AIS-MOB-Sender, der Crew oder nahe Schiffe warnt, wenn jemand über Bord geht, und ein Rettungsring griffbereit am Heck. In der Sicherheitsausrüstung sorgt der Lifebelt dafür, dass man sie gar nicht erst braucht. Welche Ausrüstung für Ihr Boot Pflicht ist, richtet sich nach den für Ihr Land und Ihr Revier geltenden Vorschriften.

Häufige Fragen

Wann sollte ich den Lifebelt anlegen?+

Nachts, bei schlechtem Wetter, allein an Deck oder beim Verlassen des Cockpits Richtung Bug. Picken Sie ein, bevor Sie hinausgehen, und lösen Sie sich erst wieder, wenn Sie sicher stehen.

Wie lang sollte die Sicherheitsleine sein?+

So kurz wie praktikabel. Eine Y-Leine von etwa 2 Metern ist am gebräuchlichsten, und eine 1-Meter-Leine eignet sich für Arbeiten an einer festen Stelle. Für den Mast ist eine Leine mit kurzem Strang nützlich.

Wo pickt man die Leine ein?+

In die Lifeline oder in belastbare Decksaugen. Niemals an Relingsstützen oder die Seereling, die für einen Ruck nicht ausgelegt sind.

Wie oft muss ein Lifebelt ersetzt werden?+

Vor jeder Saison prüfen und bei Schnitten, Verschleiß oder Korrosion ersetzen. Nach einem schweren Sturz Leine und Gurt wechseln und immer die Lebensdauer des Herstellers beachten.

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