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Ein Boot winterfest zu machen heißt, es für eine lange Pause ohne Nutzung vorzubereiten, meist von Oktober bis April. Die meisten Probleme der ersten Frühjahrsausfahrt (Motor springt nicht an, Batterie leer, Schimmel auf den Polstern) lassen sich mit einem gut organisierten Nachmittag im Herbst vermeiden.
Wo es friert, steht der Frostschutz an erster Stelle. Aber auch in milden Revieren richten Feuchtigkeit, Salz und Stürme mehr Schaden an als die Kälte. Diese Anleitung geht System für System vor, vom Dringendsten zum Bequemsten, und gilt für Boote im Wasser wie an Land.
Im Wasser oder an Land: zuerst entscheiden
Von dieser Entscheidung hängt die halbe Aufgabenliste ab. Eine Variante ist nicht grundsätzlich besser: Es kommt auf Hafen, Bootsgröße und darauf an, ob Sie im Winter fahren wollen.
| Kriterium | Im Wasser | An Land (Winterlager) |
|---|---|---|
| Kosten | Nur der Liegeplatz | Kranen, Slippen und Landliegeplatz |
| Rumpf | Bleibt im Wasser, Antifouling wirkt weiter | Trocknet aus, lässt sich prüfen, reinigen und streichen |
| Risiken | Stürme, Scheuern der Leinen, Wassereinbruch, Lenzpumpen-Batterie | Schlecht gesetzte Stützen, Regenwasser, Frostschäden in Leitungen |
| Verfügbarkeit | Bei gutem Wetter ausfahrbar | Bis zum Slippen außer Betrieb |
Bleibt das Boot im Wasser, braucht es doppelte Festmacher mit Ruckdämpfern, gut platzierte Fender und eine automatische Lenzpumpe an einer stets geladenen Batterie. Wenn Sie es an Land holen, buchen Sie den Kranplatz früh: Im Oktober und November sind die Termine knapp.
Schritt 1: gründlich reinigen und entsalzen
Salz ist hygroskopisch: Es zieht Feuchtigkeit an und hält alles, was es berührt, monatelang nass. Waschen Sie das Boot zuerst mit Süßwasser und Bootsshampoo: Deck, Cockpit, Beschläge, laufendes Gut und Fender.
- Gelcoat: reinigen und wachsen. Für den Einstieg: Rumpfreiniger.
- Edelstahl: Rostpunkte entfernen und mit Schutzmittel behandeln.
- Teak: schonend reinigen und vor dem Abdecken ganz trocknen lassen.
- Persenning, Bimini und Polster: waschen und vollständig trocknen. Feucht verstaut ist Schimmel sicher.
- Bilge: Öl und Schmutz entfernen, damit die Pumpe nicht verstopft.
Wenn Sie kranen, reinigen Sie das Unterwasserschiff direkt nach dem Auswassern, bevor der Bewuchs hart wird. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Anoden, Propeller und Seeventile zu prüfen.
Schritt 2: Kraftstoff
Alter Kraftstoff ist die häufigste Ursache für Pannen bei der ersten Ausfahrt. Springt der Motor im Frühjahr nicht an, hilft warum der Außenborder nicht anspringt.
Benzin
- Benzin mit Ethanol (E5 oder E10) beginnt innerhalb von ein bis drei Monaten zu altern und nimmt Feuchtigkeit auf. Bei zu viel Wasser trennt sich das Ethanol ab und sinkt zum Tankboden (Phasentrennung).
- Kraftstoffstabilisator in der angegebenen Dosierung zugeben und den Motor 5 bis 10 Minuten laufen lassen, damit der behandelte Kraftstoff Pumpe, Filter und Vergaser erreicht.
- Festtank: etwa 90-95 % füllen, um Luftraum und Kondenswasser zu verringern.
- Tragbarer Tank eines kleinen Außenborders: Viele Mechaniker drehen bei laufendem Motor den Kraftstoff ab, bis er ausgeht, um die Vergaserschwimmerkammer zu leeren.
Diesel
- Auf 90-95 % füllen, um Kondenswasser zu minimieren.
- Biozid zugeben, wenn es schon Dieselpest gab: Im Wasser am Tankboden wachsen Bakterien und Pilze.
- Wasserabscheider-Filter wechseln oder entwässern und das Glas prüfen.
Schritt 3: Motor
Außenborder
- Kühlsystem mindestens 10 Minuten mit Süßwasser spülen, mit Spülaufsatz (Ohren).
- Beim Viertakter Öl und Filter bei warmem Motor wechseln. Altöl enthält Säuren, die den Motor angreifen, wenn es monatelang drin bleibt.
- Getriebeöl im Fuß ablassen und erneuern. Kommt es milchig heraus, ist Wasser eingedrungen: ein defekter Wellendichtring, der vor der Saison repariert werden muss. Mehr unter Öl für Außenborder.
- Innenschutz: Konservierungsöl (Fogging) bei Leerlauf in den Ansaugtrakt sprühen oder bei stehendem Motor durch die Zündkerzenlöcher.
- Schmiernippel, Lenkung und Propellergewinde abschmieren, Anoden prüfen.
- Aufrecht lagern, damit das Wasser aus dem Fuß abläuft, und abgedeckt.
Der vollständige Wartungsplan steht in der Anleitung zur Wartung des Außenborders.
Innenborder
- Öl- und Filterwechsel bei warmem Motor, dazu Kraftstofffilter.
- Seewasserkreislauf: mit Süßwasser spülen. Bei Frostgefahr ungiftiges Propylenglykol-Frostschutzmittel durch den Einlass pumpen, bis es am Auspuff austritt.
- Geschlossener Kühlkreislauf: Füllstand und Frostschutz des Kühlmittels prüfen.
- Keilriemen, Schlauchschellen und Wärmetauscher-Anoden kontrollieren.
Schritt 4: Frischwasser, WC und Boiler
- Frischwassertank entleeren oder nur mit wenig aufbereitetem Wasser lassen. Alle Hähne und die Heckdusche öffnen, damit die Leitungen leerlaufen.
- Boiler bei Frostgefahr entleeren: Er platzt als Erstes.
- Bord-WC: Mit Süßwasser und etwas Essig oder einem Spezialreiniger durchpumpen, um Kalk zu lösen, und den Fäkalientank an einer zugelassenen Absaugstation leeren.
- In kalten Regionen Trinkwasser-Frostschutz verwenden und im Frühjahr gründlich spülen.
Schritt 5: Batterien und Elektrik
- Blei (AGM, Gel, Nassbatterie): auf 100 % laden, bei Nassbatterien den Säurestand prüfen und abklemmen. Eine entladene Bleibatterie sulfatiert in Wochen und kann bei strengem Frost einfrieren.
- Lithium (LiFePO4): Herstellerangaben befolgen; meist wird Lagerung bei Teilladung und ohne Verbraucher empfohlen.
- Ein Erhaltungsladegerät am Landstrom oder ein kleines Solarmodul mit Regler verhindert Entladung bei Booten im Wasser.
- Pole und Stecker mit Korrosionsschutz einsprühen und tragbare Elektronik mit nach Hause nehmen.
Achtung: Klemmen Sie nicht die Batterie ab, die die automatische Lenzpumpe eines Boots im Wasser versorgt. Trennen Sie nur die übrigen Stromkreise.
Schritt 6: Innenraum, Feuchtigkeit und Schimmel
Der eigentliche Winterfeind an der Küste ist nicht das Eis, sondern die Feuchtigkeit. Ein vier Monate geschlossenes Boot in einem feuchten Hafen endet mit Schimmel auf Polstern, Decke und Schapps.
- Polster, Kleidung, Handtücher und Segel ausräumen. Wenn nicht möglich, hochkant stellen, damit Luft herankommt.
- Lebensmittel und alles, was Insekten oder Nager anzieht, entfernen.
- Kühlschrank leeren, reinigen, trocknen und die Tür einen Spalt offen lassen.
- Schapps, Schubladen und Bilgenluken offen lassen.
- Luftentfeuchter in Kajüten und Nasszelle aufstellen und im Winter einmal kontrollieren.
- Für passive Belüftung sorgen, die Regen fernhält.
Schritt 7: Deck, Rigg und Abdeckung
- Segel: mit Süßwasser waschen, vollständig trocknen und trocken gefaltet lagern.
- Laufendes Gut: in Süßwasser spülen; Salz macht es steif und scheuert es von innen durch.
- Winschen und Klemmen: reinigen und leicht fetten.
- Abdichtung von Relingstützen, Fenstern und Beschlägen prüfen: Winterregen findet jede undichte Stelle.
- Das Boot mit einer atmungsaktiven Bootsabdeckung abdecken, straff gespannt, damit sich kein Wasser sammelt.
Tipp: Dichte Folie ohne Belüftung verschlimmert das Kondenswasser. Die Abdeckung muss Luft zirkulieren lassen.
Checkliste zum Saisonende
| System | Unverzichtbare Aufgabe |
|---|---|
| Kraftstoff | Stabilisator oder Biozid, Tank fast voll, Motor laufen lassen |
| Motor | Öl, Fuß, Innenkonservierung, Spülen |
| Wasser | Tank und Boiler leer, WC gespült |
| Batterien | Geladen, abgeklemmt, Lenzpumpe versorgt |
| Innenraum | Textilien raus, Entfeuchter, Belüftung |
| Rumpf und Leinen | Doppelte Leinen, Fender, Abdeckung gespannt |
Wenn das Frühjahr kommt, gehen Sie vor dem Ablegen die Checkliste vor dem Auslaufen durch.
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Häufige Fragen
Was bedeutet es, ein Boot winterfest zu machen?
Das Boot wird für eine lange Zeit ohne Nutzung vorbereitet, meist den Winter: Motor und Kraftstoff schützen, Feuchtigkeit und Schimmel vermeiden, Batterien und Wassersysteme pflegen sowie Rumpf und Beschläge schützen, egal ob es im Wasser bleibt oder an Land kommt.
Ist es besser, im Wasser oder an Land zu überwintern?
An Land trocknet der Rumpf und das Unterwasserschiff lässt sich prüfen, dafür fallen Kranen und Lagerkosten an. Im Wasser ist es günstiger und das Boot bleibt verfügbar, braucht aber doppelte Leinen, eine automatische Lenzpumpe an geladener Batterie und Kontrollen nach Stürmen.
Tank im Winter voll oder leer lassen?
Festtanks möglichst voll (90-95 %), um Luft und Kondenswasser zu verringern, mit Stabilisator im Benzin und Biozid im Diesel. Bei kleinen tragbaren Außenbordertanks leeren viele Mechaniker lieber den Vergaser und lassen kein altes Benzin stehen.
Wie lange hält Benzin im Tank?
Benzin mit Ethanol beginnt nach ein bis drei Monaten zu altern: Es verliert flüchtige Bestandteile, bildet Harze und nimmt Wasser auf. Mit Stabilisator und einigen Minuten Motorlauf, damit es das ganze System erreicht, übersteht es den Winter gut.
Was mache ich im Winter mit den Batterien?
Bleibatterien auf 100 % laden, abklemmen und mit einem Erhaltungsladegerät pflegen oder monatlich nachladen. Lithiumbatterien nach Herstellerangabe lagern, meist bei Teilladung.