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Das UKW-Seefunkgerät ist das einzige Gerät an Bord, das dich binnen Sekunden mit anderen Booten, Häfen und der Seenotrettung verbindet. Ob Festeinbau oder Handfunkgerät, ist keine Geschmacksfrage: Es hängt davon ab, wo du fährst, welches Boot du hast und wie weit du dich von der Küste entfernst. Dieser Ratgeber liefert dir die Kriterien für die Entscheidung.
Die kurze Antwort
Auf einem Kajütboot, einer Segelyacht oder jedem Boot, das sich weiter von der Küste entfernt, sollte das Hauptgerät ein fest eingebautes UKW-Funkgerät mit DSC sein, ergänzt durch ein Handgerät als Reserve. Auf einem Schlauchboot, einem offenen Boot oder einem Schlauchboot mit Festrumpf in Küstennähe löst ein gutes wasserdichtes, schwimmfähiges Handfunkgerät die Aufgabe deutlich günstiger und ohne Einbau.
Wenn das Budget reicht, nimm beides: Das feste Gerät führt, solange das Boot Strom und Antenne hat; das Handgerät begleitet dich im Beiboot, in der Rettungsinsel oder bei Batterieausfall.
Festeinbau und Handgerät im Vergleich
| Merkmal | Festeinbau | Handfunkgerät |
|---|---|---|
| Maximale Sendeleistung | 25 W (1 W niedrig) | 5-6 W (1 W niedrig) |
| Antenne | Außen, 1 bis 2,4 m oder im Masttopp | Kurz, in Handhöhe |
| Typische Reichweite zwischen Booten | 7 bis 15 Seemeilen | 4 bis 5 Seemeilen |
| DSC mit Position | Fast immer (Klasse D) | Nur Mittel- und Oberklasse |
| Anbindung an den Plotter (NMEA) | Ja | Meist nein |
| Stromversorgung | Bordbatterie, 12 V | Eigener Akku |
| Außerhalb des Bootes nutzbar | Nein | Ja: Beiboot, Rettungsinsel, Abandon Ship |
| Einbau | Antenne, Koaxkabel, Strom und GPS | Keiner |
| Preisklasse | Mittel, plus Antenne und Kabel | Günstig bis mittel |
Reichweite: Die Antennenhöhe zählt mehr als die Leistung
UKW-Wellen breiten sich geradlinig aus, ähnlich wie die Sichtlinie. Deshalb hängt die Reichweite vor allem von der Höhe beider Antennen ab. Faustregel: Reichweite in Seemeilen ≈ 2,1 × (√h1 + √h2), Höhen in Metern.
- Festgerät mit Antenne auf 3 m im Gespräch mit einem ähnlichen Boot: etwa 7 Seemeilen.
- Zwei Handgeräte in 1,5 m Höhe: etwa 5 Seemeilen.
- Antenne im Masttopp einer rund 15 m hohen Segelyacht mit einem niedrigen Boot: knapp 12 Seemeilen.
- Küstenfunkstellen auf erhöhtem Gelände: 30 Seemeilen oder mehr.
Von 5 auf 25 W zu gehen hilft gegen Rauschen und Hindernisse, der Reichweitengewinn bleibt aber bescheiden. Die Antenne einen Meter höher zu setzen bringt meist mehr als jedes zusätzliche Watt.
Tipp: Nutze das Handgerät an Deck und halte es so hoch wie möglich, nicht unter Deck in der Kajüte. Rumpf und Aufbauten dämpfen das Signal stark.
Wann ein Festeinbau-Gerät die richtige Wahl ist
Das Festgerät ist das eigentliche Funkgerät des Bootes. Die 25 Watt und eine hoch montierte Antenne vervielfachen die Reichweite, der Lautsprecher ist über dem Motor zu hören, und die GPS-Verbindung sorgt dafür, dass der Notruf mit deiner genauen Position rausgeht, ohne dass du noch etwas bedienen musst. Viele moderne Festgeräte haben ein integriertes GPS, eine Lauthalterfunktion (Hailer) und in der Oberklasse einen AIS-Empfänger.
Wähle ein Festgerät, wenn du ein Kajütboot oder eine Segelyacht hast, weit von der Küste oder nachts fährst und das Funkgerät mit dem Plotter koppeln willst. Lies vorher unseren Vergleich zu UKW- und AIS-Antennen, denn die Antenne ist die halbe Anlage.
Wann ein Handgerät reicht (oder klüger ist)
Auf einem Schlauchboot oder offenen Boot gibt es selten einen geschützten Platz für ein Festgerät oder einen Mast für die Antenne. Ein wasserdichtes (mindestens IPX7), schwimmfähiges Handfunkgerät passt dort gut, wird zu Hause geladen und begleitet dich im Beiboot oder an Land. Für den Alltag solltest du auf Folgendes achten:
- Wasserdichtheit: IPX7 oder besser; schwimmt es zusätzlich, umso besser, denn Funkgeräte fallen öfter über Bord, als man denkt.
- Akkulaufzeit: Bei einem Arbeitszyklus von 5/5/90 (5 % Senden, 5 % Empfangen, 90 % Standby) hält ein Lithium-Ionen-Akku meist einen ganzen Tag.
- DSC und GPS: In Mittel- und Oberklasse-Handgeräten verfügbar; damit sendest du einen Notruf mit Position direkt aus der Hand.
- Ladegerät und Batteriefach: Ein Batteriefach für Alkalinezellen als Notlösung ist bei längeren Törns ein Plus.
DSC und MMSI: Das solltest du wissen
Mit DSC (Digitaler Selektivruf) sendest du per Tastendruck einen Notruf mit deiner Kennung und Position an alle Stationen in Reichweite. Dafür brauchst du eine neunstellige MMSI, die im Gerät hinterlegt ist, und das Gerät muss die Position von einem eingebauten GPS oder vom Plotter per NMEA erhalten. Ein DSC-Notruf ohne Position ist deutlich weniger nützlich.
Hast du Festgerät und Handgerät, braucht jedes seine eigene MMSI (die des Handgeräts unterscheidet sich meist von der des Bootes). Zuteilung und Registrierung laufen über die zuständige Stelle in deinem Land; informiere dich über die aktuell geltenden Vorschriften.
Vorschriften und Funkzeugnis
Welche Funkausrüstung vorgeschrieben ist, hängt von Bootstyp, Fahrtgebiet und Revier ab. Gehe nicht davon aus, dass ein Handgerät genügt oder ein Festgerät überflüssig ist: Prüfe bei der zuständigen Behörde, was für dein Boot gilt. In vielen Ländern ist für den Betrieb eines UKW-Geräts mit DSC außerdem ein Funkzeugnis nötig (zum Beispiel das SRC), kläre also, ob du eines hast oder erwerben musst.
Unabhängig von der Pflicht empfehlen wir Fahrern außerhalb geschützter Gewässer ein UKW-Gerät mit DSC und Position und Fahrern offener Boote ein schwimmfähiges Handgerät. Siehe auch unsere Liste zur Ausrüstung für Segelyachten, in der der Rest der Bordausstattung steht.
So baust du ein Festgerät ein
- Hohe, freie Antenne: weit weg von anderen Antennen und vom Radar. Auf Segelyachten eine kurze Antenne mit etwa 3 dB im Masttopp; auf Motorbooten eine GFK-Peitsche von 1 bis 2,4 m mit 3 bis 6 dB.
- Kurzes Koaxkabel guter Qualität: RG58 für kurze Strecken; RG213 oder ein gleichwertiges verlustarmes Kabel ab etwa 10 m. Jeder zusätzliche Meter kostet Signal.
- Sauber montierte Stecker: Ein schlecht gecrimpter oder wassergefüllter Stecker ist der häufigste Ausfall. Dichte mit selbstverschweißendem Band ab und prüfe das Stehwellenverhältnis (SWR) mit einem Messgerät.
- Direkte, abgesicherte Stromversorgung: ausreichend dickes Kabel von der Verteilung oder Batterie, mit eigener Sicherung und getrennt von Leistungskabeln, um Störungen zu vermeiden.
- GPS und NMEA: Verbinde das Gerät mit dem Plotter oder nutze das interne GPS, damit der DSC-Ruf eine Position enthält.
Achtung: Drücke niemals die DSC-Notruftaste, „um zu sehen, ob es funktioniert". Das löst einen echten Notruf aus und setzt die Rettung in Gang. Zum Prüfen des Geräts mach einen Funkcheck auf dem dafür vorgesehenen Kanal.
Richtig nutzen und häufige Fehler
Kanal 16 ist der Anruf- und Notrufkanal und sollte beim Fahren abgehört werden; Kanal 70 ist für DSC reserviert, dort wird nicht gesprochen. Ruf an, vereinbare einen Arbeitskanal und wechsle dorthin, damit du Kanal 16 nicht mit Gesprächen blockierst.
- Ein leistungsstarkes Festgerät kaufen und es mit einer kurzen, tief montierten Antenne in der Kajüte betreiben.
- Die MMSI nicht eintragen oder das GPS nicht anschließen, sodass der Notruf ohne Position rausgeht.
- Nur ein Handgerät mit leerem Akku und ohne Ladegerät an Bord haben.
- Die Antennenstecker nicht jede Saison prüfen: Salzkorrosion mindert die Reichweite unbemerkt.
- Nicht festlegen, wer im Notfall funkt: Die ganze Crew sollte einen Mayday absetzen können.
Für längere Törns ersetzt ein Personenortungssender das Funkgerät nicht, bietet aber einen unabhängigen zusätzlichen Weg, Alarm zu schlagen.
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Häufige Fragen
Was ist besser, ein festes UKW-Funkgerät oder ein Handgerät?
Das feste Gerät ist als Hauptfunkgerät besser: Es sendet mit 25 W, nutzt eine hohe Antenne und hat meist DSC und GPS. Das Handgerät ist als Reserve und auf offenen Booten ohne Platz oder Strom für ein Festgerät besser. Auf einem Kajütboot, das sich weiter von der Küste entfernt, ist beides ideal.
Wie viel mehr Reichweite hat ein Festgerät gegenüber einem Handgerät?
Mit der Antenne auf 3 Metern erreicht ein Festgerät ein ähnliches Boot auf etwa 7 Seemeilen, zwei Handgeräte kommen auf etwa 5. Mit der Antenne im Masttopp einer Segelyacht liegt die Reichweite zwischen Booten über 10 Seemeilen. Die Antennenhöhe zählt mehr als die Leistung.
Brauche ich eine MMSI für DSC?
Ja. DSC identifiziert dein Boot nur, wenn im Gerät eine neunstellige MMSI hinterlegt ist. Hast du ein Festgerät und ein Handgerät, braucht jedes seine eigene Nummer. Frag bei der zuständigen Stelle nach, wie die Registrierung läuft.
Kann ich das Festgerät mit dem GPS-Plotter verbinden?
Ja. Fast alle Festgeräte mit DSC haben einen NMEA-0183-Eingang, manche auch NMEA 2000, um die Position vom Plotter zu empfangen. So geht der Notruf mit deiner genauen Position raus, und bei manchen Modellen siehst du anrufende Boote auf dem Plotter.
Welche Antenne braucht ein festes UKW-Funkgerät?
Auf Motorbooten eine GFK-Antenne von 1 bis 2,4 Metern mit 3 bis 6 dB Gewinn, so hoch wie möglich montiert. Auf Segelyachten eine kurze 3-dB-Antenne im Masttopp. Nimm hochwertiges Koaxkabel und halte die Strecke so kurz wie möglich, denn jeder Meter kostet Signal.