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Wie viel Leistung Ihr Boot braucht
Die passende Leistung hängt vom Gesamtgewicht (Rumpf, Motor, Kraftstoff, Personen und Ausrüstung) ab und davon, ob Sie gleiten oder nur verdrängen wollen. Ein überdimensionierter Motor kostet mehr, wiegt mehr und überschreitet häufig die auf dem Typenschild des Bootes angegebene Höchstleistung. Ein zu schwacher läuft ständig am Limit und verschleißt früher.
| Boot | Richtwert Leistung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Beiboot oder Schlauchboot, 2-2,5 m | 2-3,5 PS | Vom Ankerplatz an Land |
| Schlauchboot, 2,5-3,3 m | 3,5-6 PS | Ausflug und Baden; gleitet mit wenig Last |
| Festrumpfschlauchboot, 3,3-4 m | 6-15 PS | Küstenfahrt und Schnorcheln |
| Angelboot, 4-5 m | 9,9-20 PS | Angeln und Gleitfahrt mit Beladung |
| Segelboot 7-9 m als Hilfsmotor | 6-9,9 PS (Langschaft) | Manöver und Hafeneinfahrt |
Das sind Richtwerte. Prüfen Sie vor der Entscheidung die auf dem Typenschild Ihres Bootes angegebene maximale Motorisierung und überschreiten Sie sie nicht.
Zweitakt oder Viertakt
Viertakt
Heute die gängigste Wahl. Er verbraucht weniger, ist leiser, raucht weniger und braucht keine Ölbeimischung im Benzin. Dafür ist er etwas schwerer, und der Ölstand im Kurbelgehäuse muss kontrolliert werden. Bei häufiger Nutzung und längeren Fahrten ist er die beste Option.
Zweitakt
Leichter und einfacher, mit gutem Ansprechverhalten, aber höherer Verbrauch und mehr Emissionen. Bei kleinen Leistungen bleibt er praktisch für alle, die den Motor oft tragen, immer mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Mischungsverhältnis. Wenn Sie einen kaufen, prüfen Sie vorher das passende Außenborder-Öl.
Tipp: Wer den Motor ins Auto hebt oder auf ein Segelboot trägt, achtet besser auf das Gewicht als auf die PS. Ein Motor mit 15-20 kg lässt sich gut handhaben, bei 30 kg wird es mühsam.
Schaft, Start und wichtige Details
- Kurz- oder Langschaft: Der Kurzschaft (etwa 38-43 cm) passt zu Schlauchbooten und niedrigen Booten, der Langschaft (50-58 cm) zu Segelbooten und Booten mit hohem Spiegel. Reicht der Schaft nicht ins Wasser, zieht der Propeller Luft.
- Handstart oder Elektrostart: Der Handstart ist leichter und zuverlässig; der Elektrostart ist ab mittleren Leistungen bequem, bringt aber Batterie und Gewicht mit.
- Integrierter oder externer Tank: Bei kleinen Motoren erleichtert der integrierte Tank den Transport, der externe bietet mehr Reichweite. Siehe unsere Kraftstofftanks.
- Steuerung: Pinne bei kleinen Booten, Fernschaltung bei größeren Leistungen.
- Lichtmaschine: Sinnvoll, wenn Sie eine Batterie für Beleuchtung oder Elektronik an Bord haben.
Grundlegende Wartung für ein langes Motorleben
- Kühlsystem nach jeder Fahrt im Salzwasser mit Süßwasser spülen.
- Motoröl und Getriebeöl nach den im Handbuch genannten Betriebsstunden wechseln.
- Den Impeller der Wasserpumpe jede Saison oder alle 100 Betriebsstunden tauschen, je nachdem, was zuerst eintritt.
- Kraftstofffilter, Zündkerze und den Zustand der Schläuche prüfen.
- Frisches Benzin verwenden. Bei längerer Standzeit den Vergaser leerfahren oder einen Stabilisator zugeben.
- Die Anoden am Unterwasserteil kontrollieren und bei starkem Abtrag ersetzen.
Die komplette Routine steht in unserem Ratgeber zur Wartung des Außenborders. Springt der Motor einmal nicht an, beginnen Sie mit der Liste warum ein Außenborder nicht anspringt.
Achtung: Betreiben Sie den Motor nie außerhalb des Wassers ohne Spülaufsatz. Ohne Kühlung verbrennt der Impeller in Sekunden.
Einfahren, Kraftstoff und Transport
Neue Motoren verlangen meist eine Einfahrzeit in den ersten Betriebsstunden: Vermeiden Sie dauerhaft Vollgas und folgen Sie dem Handbuch. Verwenden Sie immer frisches Benzin mit der vom Hersteller vorgegebenen Oktanzahl. Zu viel Ethanol greift mit der Zeit Schläuche und Dichtungen an, prüfen Sie also, was Ihr Motor verträgt.
Beim Transport halten Sie die im Handbuch angegebene Lage ein (meist stehend oder auf der richtigen Seite liegend), damit kein Öl in die Zylinder läuft und kein Kraftstoff ausläuft. Nehmen Sie außerdem einfaches Werkzeug für Außenborder, eine Ersatzzündkerze und eine Not-Starterschnur mit. Das ist günstig und erspart Ihnen im Ernstfall eine lange Rückfahrt mit dem Paddel.
Häufige Fehler beim Kauf
- Nur nach PS entscheiden, statt auf Gesamtgewicht und die maximal zulässige Motorisierung des Bootes zu achten.
- Einen Kurzschaft für einen hohen Spiegel kaufen, oder umgekehrt.
- Vergessen, dass ein Viertakter nicht in jeder Lage gekippt oder gelagert werden darf. Beachten Sie die Herstellerhinweise.
- Ersatzteile und Service außer Acht lassen: Wählen Sie eine Marke, deren Teile in Ihrer Nähe erhältlich sind.
- Die Vorschriften zu Führerschein und Zulassung für die geplante Motorisierung ignorieren. Informieren Sie sich über die geltenden Regeln für Ihr Revier.
Häufige Fragen
Wie viel PS brauche ich für ein Schlauchboot mit 3 Metern?
Für ein Schlauchboot von etwa 3 Metern genügen meist 3,5 bis 6 PS für ruhige Ausflüge. Wollen Sie mit zwei oder drei Personen gleiten, sind 6 bis 9,9 PS üblich. Prüfen Sie immer die maximale Motorisierung auf dem Typenschild des Bootes.
Ist ein 2-Takt- oder 4-Takt-Außenborder besser?
Der Viertakter verbraucht weniger, ist leiser und braucht keine Öl-Benzin-Mischung, deshalb ist er die häufigste Wahl. Der Zweitakter ist leichter und einfacher, verbraucht aber mehr und verursacht mehr Emissionen.
Was ist der Unterschied zwischen Kurzschaft und Langschaft?
Gemeint ist der Abstand zwischen Spiegel und Antiventilationsplatte des Motors. Kurzschaft (etwa 38-43 cm) für Schlauchboote und niedrige Boote, Langschaft (50-58 cm) für Segelboote und Boote mit hohem Spiegel.
Wie oft muss ein Benzin-Außenborder gewartet werden?
Einmal pro Saison oder alle 100 Betriebsstunden: Öl, Kraftstofffilter, Zündkerze, Impeller und Anoden. Nach jeder Fahrt im Salzwasser sollten Sie ihn mit Süßwasser spülen.