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So wählen Sie eine Lampe fürs Boot
An Bord erlebt eine Lampe, was an Land selten vorkommt: ständiges Spritzwasser, dauernde Feuchtigkeit, Stöße an Deck und Salz im Gewinde. Achten Sie deshalb auf wenige Kriterien und seien Sie bei jedem streng.
Wasserdichtigkeit: die IP-Schutzart
Die IP-Schutzart gibt den Schutz gegen Staub und Wasser an. Bei einer Bootslampe zählt vor allem die zweite Ziffer.
| Code | Bedeutung | Einsatz an Bord |
|---|---|---|
| IPX4 | Geschützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen | Untergrenze für Kajüte und Deck bei gutem Wetter |
| IPX6 | Geschützt gegen starken Strahl | Deck bei rauer See |
| IPX7 | Zeitweiliges Untertauchen bis 1 Meter (etwa 30 Minuten) | Vernünftige Wahl für fast jedes Revier |
| IPX8 | Dauerhaftes Untertauchen unter Herstellerbedingungen | Wenn sie über Bord gehen kann oder unter Wasser genutzt wird |
Die IP-Prüfung erfolgt in Süßwasser und meist bei neuen, ungebrauchten Dichtungen. Mit den Jahren altern Gummi und Silikon, deshalb sollten Sie die Dichtungen regelmäßig kontrollieren. In Salzwasser entscheiden Dichtungen und Gewinde, nicht nur die Zahl auf der Verpackung.
Lumen, Reichweite und Lichtkegel
Lumen messen die gesamte Lichtmenge, nicht die Reichweite. Diese hängt vom Reflektor und vom Lichtkegel ab. Manche Hersteller geben Lumen, Reichweite und Leuchtdauer nach dem Standard ANSI/PLATO FL1 vergleichbar an, was ein gutes Zeichen ist.
- 100 bis 300 Lumen: reicht, um sich an Deck zu bewegen und Bilge oder Motor zu kontrollieren.
- 300 bis 1.000 Lumen mit fokussierbarem Strahl: hilfreich, um Tonne, Seezeichen oder Klampe vom Cockpit aus zu erkennen.
- Über 1.000 Lumen: Handscheinwerfer zum Suchen oder Signalisieren; sie verbrauchen viel Strom und werden heiß.
Lampentypen nach Einsatzzweck
- Schwimmfähige Handlampe: die praktischste. Fällt sie über Bord, bleibt sie an der Oberfläche und leuchtet weiter sichtbar.
- Stirnlampe: lässt die Hände frei für Arbeiten an Deck, Anlegen oder Motorreparaturen. Am besten wasserdicht und mit Rotlicht.
- Handscheinwerfer: zum nächtlichen Einlaufen in unbekannte Häfen oder zum Finden eines Objekts im Wasser. Manche laufen an der 12-V-Dose.
- Mini- oder Schlüsselbundlampe: als Reserve in der Weste oder in der Ölzeugtasche.
- Blitzlicht für den Notfall: hilft, eine Person im Wasser zu orten. Es ergänzt einen Personenortungssender, ersetzt ihn aber nicht.
Rotlicht und Nachtsicht
Das Auge braucht etwa 20 bis 30 Minuten, um sich an Dunkelheit zu gewöhnen, und verliert diese Anpassung durch einen weißen Blitz sofort. Eine gute Bootslampe hat deshalb einen Rotlichtmodus: Damit lesen Sie die Karte, schauen auf den Plotter oder prüfen eine Leine, ohne sich oder den Rudergänger zu blenden.
Tipp: Richten Sie einen starken Scheinwerfer nie auf ein anderes Fahrzeug, Sie können den Rudergänger blenden. Um Aufmerksamkeit zu erregen, beleuchten Sie Rumpf oder Segel, nicht die Brücke.
Batterien, Akkus und Materialien
- AA- oder AAA-Zellen: in jedem Hafen erhältlich, aber Alkalizellen können auslaufen und die Lampe zerstören, wenn sie monatelang drinbleiben.
- Akku (USB-C oder 18650-Zelle): bequem und auf Dauer günstig, wenn Sie an Bord laden können. Eine Lampe mit Batterien als Reserve gehört trotzdem dazu.
- Gehäuse aus eloxiertem Aluminium oder technischem Kunststoff: korrodiert weniger als unbehandeltes Metall. Prüfen Sie, dass Schrauben und Schalter nicht aus gewöhnlichem Stahl sind.
- Schalter: Ein abgedichteter Druckknopf oder Magnetschalter hält länger als ein Drehschalter, der dem Salz ausgesetzt ist.
Pflege und häufige Fehler
- Nach dem Törn mit Süßwasser abspülen und trocknen; kristallisiertes Salz im Gewinde ist die häufigste Ursache für Wassereintritt.
- O-Ringe mindestens einmal pro Saison mit einem dünnen Film Silikonfett pflegen.
- Batterien herausnehmen, wenn das Boot länger als einen Monat steht.
- Alle Lampen vor einer Nachtfahrt testen, nicht erst wenn es dunkel ist.
- Eine Handlaufschlaufe oder Fangleine am Gehäuse anbringen, damit die Lampe bei Seegang nicht aus der Hand rutscht und über Bord geht.
Achtung: Lithiumakkus in leistungsstarken Lampen dürfen nicht unbeaufsichtigt geladen oder in der Sonne in einer geschlossenen Backskiste gelassen werden. Nutzen Sie das Originalladegerät.
Ein typischer Fehler ist, sich auf nur eine Lampe zu verlassen. Planen Sie mindestens eine wasserdichte Handlampe pro Crewmitglied plus eine Reserve ein, zusammen mit der übrigen Sicherheitsausrüstung. Und bedenken Sie: Eine Taschenlampe ersetzt keine vorgeschriebenen Lichter, sie ergänzt die Positionslichter. Nach den internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR/COLREG) sollen kleine Fahrzeuge, die keine ordnungsgemäßen Lichter führen, eine Taschenlampe oder Laterne mit weißem Licht bereithalten, um eine Kollision rechtzeitig zu verhindern.
Häufige Fragen
Welche IP-Schutzart brauche ich für eine Bootslampe?
Mindestens IPX6, besser IPX7 oder IPX8, wenn sie über Bord gehen kann. In Salzwasser sind Dichtungen und Gewinde ebenso wichtig wie die Zahl.
Wie viele Lumen sind genug?
Zwischen 200 und 500 Lumen reichen für fast alles an Bord. Mehr Leistung hilft beim Signalisieren oder Suchen auf Distanz, verbraucht aber viel Akku und kann blenden.
Batterie oder Akku?
Wenn Sie an Bord laden können, ist ein Akku bequem und auf Dauer günstig. Eine Reservelampe mit Batterien, die nicht vom Bordnetz abhängt, bleibt trotzdem sinnvoll.
Wofür ist das Rotlicht?
Es schont die Nachtsicht. Mit Rotlicht lesen Sie die Karte oder prüfen eine Leine, ohne die Dunkelanpassung zu verlieren oder den Rudergänger zu blenden.