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So wählen Sie LED-Navigationslichter
Positionslichter sind die Art, wie ein Boot den anderen sagt, was es ist, wohin es fährt und von welcher Seite man es sieht. Sie sind kein Zierrat: Nachts und bei schlechter Sicht sind sie das Einzige, womit ein anderer Schiffsführer Ihren Kurs deuten und eine Kollision vermeiden kann.
Der Umstieg auf LED ist eine der besten elektrischen Verbesserungen. Sie verbrauchen etwa ein Zehntel, brennen selten durch und vertragen Vibrationen besser. Aber nicht jede LED taugt: Sie muss die vorgeschriebenen Sektoren, Farben und Sichtweiten einhalten.
Welche Lichter Ihr Boot braucht
Die Internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (KVR, englisch COLREG) legen fest, welche Lichter jedes Fahrzeug führen muss. Auf Binnenschifffahrtsstraßen gelten eigene Vorschriften, die sich teils unterscheiden. Die Tabelle zeigt die häufigsten Fälle der Sportschifffahrt, die genauen Anforderungen hängen aber von Länge, Geschwindigkeit und Antrieb ab.
| Bootstyp | Übliche Lichter |
|---|---|
| Motorboot unter 7 m, bis 7 Knoten | Weißes Rundumlicht und, wenn möglich, Seitenlichter |
| Motorboot von 7 bis 12 m | Seitenlichter (rot und grün) und weißes Rundumlicht, oder Topp- und Hecklicht |
| Motorboot über 12 m | Seitenlichter, Topplicht und Hecklicht |
| Segelboot unter 20 m | Seiten- und Hecklicht oder ein Dreifarbenlicht im Masttopp |
| Vor Anker | Weißes Rundumlicht an gut sichtbarer Stelle |
Läuft ein Segelboot unter Motor, gilt es als Maschinenfahrzeug und muss ein Topplicht führen, nicht das Dreifarbenlicht. Prüfen Sie die Ausnahmen, etwa für kleine Boote bei Tagesnutzung in bestimmten Revieren, bevor Sie entscheiden, was Sie einbauen.
Lichtarten und ihre Aufgabe
- Seitenlichter: rot an Backbord, grün an Steuerbord. Jedes deckt einen Sektor von 112,5 Grad ab. Sie können getrennt oder als kombinierte Bicolor-Bugleuchte ausgeführt sein.
- Hecklicht: weiß, nach achtern, Sektor von 135 Grad.
- Topplicht: weiß nach vorn, Sektor von 225 Grad. Nur unter Motor.
- Rundumlicht: weiß, 360 Grad. Dient als Ankerlicht und als Einzellicht auf kleinen Booten.
- Dreifarbenlicht: vereint Seiten- und Hecklicht in einer Laterne im Masttopp eines Segelboots.
Mindest-Sichtweite
Auf Booten unter 12 Metern sollte das Topplicht auf 2 Seemeilen sichtbar sein, Seitenlichter auf 1 Seemeile, Heck- und Rundumlichter auf 2 Seemeilen. Zwischen 12 und 20 Metern steigt das Topplicht auf 3 Seemeilen und die Seitenlichter auf 2. Prüfen Sie diese Werte im Angebot: Ein billiges Licht ohne Reichweitenangabe kann zu kurz kommen.
Zulassung und Qualität
Für eingetragene Fahrzeuge müssen die Lichter den geltenden Vorschriften entsprechen und in der Regel eine Zulassung als Schiffsausrüstung tragen. Einfache, nicht zugelassene Lichter eignen sich nur für begrenzte Zwecke, etwa Kajaks, Beiboote oder als Reserve. Fragen Sie bei der zuständigen Behörde nach, was Ihr Boot braucht.
- Achten Sie auf ein UV-beständiges ABS-Gehäuse oder Edelstahl V4A (316).
- Prüfen Sie die Dichtheit: IP65 oder besser an Deck, IP67 an exponierten Stellen.
- Wählen Sie 12 V oder 12/24 V, falls Ihr Bordnetz das nutzt.
Einbau und Pflege
Montieren Sie die Seitenlichter symmetrisch, ohne Hindernis im Sektor und in einer Höhe, die den Rudergänger nicht blendet. Verwenden Sie verzinntes Marine-Kabel und dichten Sie die Verbindungen mit Schrumpfverbindern ab. Sichern Sie den Stromkreis mit einer Sicherung und einem Schaltpanel, das jedes Licht einzeln schaltet.
- Prüfen Sie die Steckverbinder jeden Winter und spülen Sie Salz mit Süßwasser ab.
- Führen Sie immer ein Ersatzlicht oder eine wasserdichte Notlampe mit.
- Testen Sie den Stromkreis zu Saisonbeginn am Liegeplatz.
Für ergänzende Schallsignale sehen Sie sich unsere Auswahl an Signalhörnern und die wasserdichte Taschenlampe als Reserve an.
Typische Fehler beim Kauf
- Auto- oder Dekolichter kaufen, die Sektoren und Farben nicht einhalten.
- Nur die Lampe gegen eine LED tauschen, obwohl die Laterne für Glühlampen gebaut ist: Das kann Farbe und Sektor verändern.
- Die Bicolor-Leuchte schief einbauen, sodass der rote Sektor an Steuerbord sichtbar ist.
- Nicht prüfen, ob das Licht aus dem vorgesehenen Winkel und in der nötigen Entfernung zu sehen ist.
Achtung: Schlecht montierte Lichter oder solche mit zu geringer Reichweite machen Sie nachts fast unsichtbar. Im Zweifel bauen Sie ein zugelassenes Gerät ein und sparen nicht am Ankerlicht.
Unsere Redaktion vergleicht Datenblätter, verifizierte Bewertungen und praktische Kriterien, testet die Produkte aber nicht selbst. Nutzen Sie die Modelle oben als Ausgangspunkt und prüfen Sie Farben, Sektoren, Reichweite und Zulassung immer im Angebot.
Häufige Fragen
Welche Positionslichter braucht ein Boot unter 7 Metern?
Ist es ein Motorboot mit höchstens 7 Knoten, genügt ein weißes Rundumlicht, wenn möglich mit Seitenlichtern. Ein schnelleres Boot braucht Seitenlichter (rot an Backbord, grün an Steuerbord) plus weißes Rundumlicht oder Topp- und Hecklicht.
Welche Lichter führt ein Segelboot unter Segeln?
Seitenlichter und Hecklicht. Auf Segelbooten unter 20 Metern dürfen sie als Dreifarbenlicht im Masttopp zusammengefasst werden. Unter Motor muss es ein Topplicht führen und das Dreifarbenlicht nicht verwenden.
Welches Licht zeige ich vor Anker?
Ein weißes Rundumlicht an gut sichtbarer Stelle. Kleine Fahrzeuge abseits der Fahrwege können teils befreit sein, doch nachts ist das Ankerlicht immer empfehlenswert.
Kann ich Glühlampen durch LED ersetzen?
Technisch ja, aber eine LED-Lampe in einer für Glühlampen gebauten Laterne kann die zugelassene Farbe oder den Sektor verändern. Richtig ist es, die komplette Laterne durch ein dafür ausgelegtes, zugelassenes LED-Gerät zu ersetzen.