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Deck & Beschläge

Klampen aus Edelstahl: Größe, Bauarten und Montage

Die Klampe ist der Beschlag, der an Bord am meisten arbeitet. Wähle Edelstahl V4A, die richtige Größe für deine Leine und montiere sie mit Durchgangsschrauben und Konterplatte.

Von Das BarcoEquipado-Team Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

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So wählst du die richtige Klampe fürs Boot

Die Klampe hält die Festmacher monatelang, fängt die Ruckbelastungen jedes Sturms im Hafen auf und erträgt ständigen Scheuerverschleiß. Deshalb kauft man diesen Beschlag nicht nach Augenmaß: Es zählen Material, Größe im Verhältnis zur Leine und vor allem die Montage. Eine schöne, schlecht befestigte Klampe reißt genauso heraus wie eine billige.

Worauf du achten solltest:

  • Material: Edelstahl V4A (316) für Boote, die im Salzwasser liegen. Einfaches V2A (304) bekommt früher Flecken und kann besonders an der Basis Lochfraß zeigen. Den Unterschied erklärt der Ratgeber Edelstahl V2A gegen V4A.
  • Größe: Die klassische Regel lautet: Die Klampe sollte etwa das 16-Fache des Leinendurchmessers lang sein. Eine zu kleine Klampe nimmt die nötigen Törns nicht auf.
  • Basis und Bohrungen: Eine breite Basis verteilt die Last besser. Prüfe den Lochabstand und den Schraubendurchmesser (M6 bis M10, je nach Größe).
  • Oberfläche: hochglanzpoliert oder satiniert. Poliert lässt sich leichter sauber halten; beide funktionieren.
  • Abgerundete Hörner: Scharfe Kanten scheuern die Leine schnell durch.

Tipp: Dimensioniere die Klampe für die dickste Leine, die du später nutzen willst, nicht für die von heute. Wenn du den Durchmesser später erhöhst, musst du keine Beschläge tauschen.

Klampen-Arten: fest, offene Basis und klappbar

Klassische feste Klampe

Die traditionelle Form: zwei Hörner und eine Basis mit zwei oder vier Löchern. Sie ist am stabilsten und einfachsten und hält Dauerbelastungen beim Festmachen am besten aus.

Offene Basis

Die Basis ist ausgespart, sodass man die Leine darunter durchlaufen sieht, und das spart Gewicht. Sie verlangt gutes Material und saubere Montage.

Klappbar

Sie klappt bei Nichtgebrauch flach auf das Deck. Das verhindert angestoßene Zehen und hängenbleibende Leinen oder Kleidung. Deshalb ist sie am Bug und an den Seiten moderner Motorboote verbreitet. Die Festigkeit hängt von Achse und Montage ab: Nimm V4A-Modelle und montiere sie mit Konterplatte.

Aus Nylon oder Aluminium

Praktisch für dünne Leinen, Kajaks, Fenderleinen oder leichte Fallen. Nicht für das Haupt-Festmachen bei Wind.

Größe nach Leine und Anzahl nach Bootslänge

Diese Tabelle ist eine Orientierung auf Basis der 16-fachen-Regel:

LeinendurchmesserKlampenlängeÜbliche Bootslänge
8 mmetwa 130 mm5 bis 7 m
10 mmetwa 160 mm7 bis 9 m
12 mmetwa 200 mm9 bis 11 m
14 mmetwa 230 mm11 bis 13 m
16 mmetwa 250 mm13 bis 16 m

Zur Anzahl: mindestens eine am Bug und zwei am Heck (je eine pro Seite), dazu zwei Springklampen mittschiffs ab etwa 7 oder 8 Metern. Beim Anlegen mit dem Heck zur Pier nehmen die Heckklampen den ganzen Zug des Bootes auf, also verstärke sie. Wähle dann passende Festmacher mit dem Durchmesser, der zu dieser Klampe gehört.

Montage, damit nichts ausreißt

Eine Klampe ist nur so stark wie ihre Befestigung. Die Regeln:

  1. Nimm immer Durchgangsschrauben aus A4-Edelstahl, niemals Blechschrauben.
  2. Setze unten eine Konterplatte aus Edelstahl, Aluminium oder behandeltem Holz ein, mindestens aber große Unterlegscheiben nach DIN 9021.
  3. Verwende Sicherungsmuttern. Mehr dazu im Ratgeber zu Edelstahl-Schrauben.
  4. Dichte jede Bohrung mit Marine-Dichtmasse auf Polyurethan-Basis oder mit Butyl ab, aber nicht zu viel, damit nichts herausquillt.
  5. Bei Sandwichdecks schützt du den Kern vor der Montage mit Epoxid.
  6. Richte die Klampe mit einem leichten Winkel von etwa 10 bis 15 Grad zur Zuglinie der Leine aus der Verschanzung aus.

Achtung: Klampen sind keine Schlepp- oder Hebepunkte. Wenn du schleppen oder außergewöhnliche Lasten bewegen willst, brauchst du dafür ausgelegte Beschläge und keine Standardklampe.

Pflege und häufige Fehler

Spüle Klampen ab und zu mit Süßwasser ab und reinige sie bei Flecken mit einem speziellen Edelstahlreiniger. Prüfe die Muttern nach der ersten Saison, weil Gebrauch die Befestigung lockert, und achte auf Wasser rund um die Basis.

Die häufigsten Fehler:

  • Eine zu kleine Klampe für die Leine, die die Törns nicht aufnimmt.
  • Montage mit kurzen Schrauben oder ohne Konterplatte.
  • Scharfe Kanten, die die Leine durchscheuern.
  • Eine klappbare Klampe wählen, ohne Achse und Arretierung zu prüfen.

Beim Belegen der Leine gehört der richtige Knoten dazu. In den wichtigsten Seemannsknoten findest du den Klampenstek Schritt für Schritt.

Häufige Fragen

Welche Klampengröße brauche ich für meine Leine?+

Die klassische Regel lautet: Die Klampe sollte etwa das 16-Fache des Leinendurchmessers lang sein. Bei 10 mm sind das etwa 160 mm, bei 12 mm etwa 200 mm, bei 14 bis 16 mm zwischen 230 und 250 mm. Eine zu kleine Klampe nimmt die nötigen Törns nicht auf.

Wie viele Klampen braucht ein Boot?+

Mindestens eine am Bug und zwei am Heck (je eine pro Seite), dazu zwei Springklampen mittschiffs ab etwa 7 oder 8 Metern. Beim Anlegen mit dem Heck zur Pier sollten die Heckklampen verstärkt sein, weil sie den ganzen Zug aufnehmen.

Klampe aus Edelstahl oder Nylon?+

Fürs Haupt-Festmachen Edelstahl V4A: stabiler, UV-beständig und besser gegen Scheuern. Klampen aus Nylon oder Aluminium eignen sich für dünne Leinen, Kajaks oder Fenderleinen, aber nicht, um ein Boot bei Wind festzumachen.

Wie montiert man eine Klampe, damit sie nicht ausreißt?+

Mit Durchgangsschrauben aus A4-Edelstahl, Sicherungsmuttern und Konterplatte oder großen Unterlegscheiben darunter, jede Bohrung mit Marine-Polyurethan oder Butyl abgedichtet. Bei Sandwichdecks schützt man den Kern mit Epoxid. Niemals Blechschrauben verwenden.

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