Wenn Sie über unsere Links kaufen, erhalten wir von Amazon eine kleine Provision, für Sie ohne Mehrkosten. So finanzieren wir die Website. So wählen wir aus.
Inhalt
Ein Beschlag ist nur so gut wie die Schraube, die ihn hält. Eine Klampe aus V4A, mit Baumarktschrauben montiert, ohne Gegenplatte und mit Silikon abgedichtet, ist ein Leck und eine Bruchstelle, die nur auf ihren Moment wartet. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was Sie zur Auswahl und Montage von Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben am Boot wissen sollten: A2 oder A4, welche Normen, welche Größe für welchen Beschlag, wie man Fressen und Kontaktkorrosion vermeidet und wie man richtig abdichtet.
Kurz gesagt: Verbindungselemente aus A4 (V4A, 316) für alles im Außenbereich; Durchgangsschrauben mit selbstsichernder Mutter, großer Unterlegscheibe und Gegenplatte an jedem belasteten Beschlag; Gewindepaste auf den Gewinden, Isolierung bei Aluminium und Butyl oder Marine-Polyurethan in jedem Bohrloch.
A2 oder A4: die erste Entscheidung
| Klasse nach ISO 3506 | Entsprechender Stahl | Molybdän | Einsatz an Bord |
|---|---|---|---|
| A2-70 | V2A, AISI 304 (1.4301) | Nein | Trockene Innenräume, Möbel, Süßwasser |
| A4-70 | V4A, AISI 316 (1.4401) | 2-3 % | Deck, Rumpf, Cockpit, Beschläge im Außenbereich |
| A4-80 | V4A mit höherer Festigkeit | 2-3 % | Stark belastete Beschläge (Püttings, Halterungen) |
A2-Schrauben fleckig früh im Salzwasserklima und leiden an Spaltkorrosion in den Gewinden und unter den Köpfen. V4A-Beschläge mit A2-Schrauben zu kombinieren ist ein häufiger Fehler: Die Schraube wird zum schwächsten Glied. Warum das Molybdän so wichtig ist, erklärt der Ratgeber V2A oder V4A am Boot. Die Zahl hinter dem Buchstaben (70, 80) gibt die Mindestzugfestigkeit in zehn MPa an: 700 beziehungsweise 800 MPa. Die Klasse 70 ist die gängigste und reicht für fast alles.
DIN- und ISO-Normen, die man kennen sollte
Wer die Schraube nach Norm bestellt, vermeidet Überraschungen bei Kopfform und Gewinde.
| Norm | Teil | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| DIN 912 / ISO 4762 | Zylinderschraube mit Innensechskant | Durchgangsschrauben für Beschläge, Halterungen |
| ISO 7380 | Linsenkopfschraube mit Innensechskant | Beschläge mit flachem, rundem Kopf |
| DIN 7991 / ISO 10642 | Senkkopfschraube mit Innensechskant | Klampen, Scharniere und Sockel mit Senkung |
| DIN 933 / ISO 4017 | Sechskantschraube | Motorlager, Konstruktionen |
| ISO 14586 / DIN 7982 | Senk-Blechschraube | Scharniere und kleine Beschläge auf Holz oder dickem GFK |
| DIN 985 | Selbstsichernde Mutter mit Nylonring | Jede vibrierende Durchgangsschraube |
| DIN 1587 | Hutmutter | Sichtbare Innenräume; verhindert Schnitte und Hängenbleiben |
| DIN 125 / DIN 9021 | Unterlegscheibe / Karosseriescheibe (groß) | DIN 9021 unter der Mutter verteilt auf GFK die Last |
Welche Größe für welchen Beschlag
| Beschlag | Richtwert | Befestigung |
|---|---|---|
| Klampe 100-150 mm | M6 | Durchgangsschraube + Gegenplatte |
| Klampe 200-300 mm | M8-M10 | Durchgangsschraube + Gegenplatte |
| Fuß einer Relingstütze | M6-M8 | Durchgangsschraube + Gegenplatte |
| Badeleiter | M6-M8 | Durchgangsschraube + große Scheibe |
| Handläufe und Haltegriffe | M6 | Durchgangsschraube oder Schraube in Einsatz |
| Scharniere für Luken | M5 oder Blechschraube 4,8-5,5 mm | Je nach Deckelstärke |
| Bimini-Beschläge | M5-M6 | Durchgangsschraube oder Blechschraube in verstärktem Bereich |
| Inspektionsdeckel und Kleinteile | Blechschraube 4,2-4,8 mm | Mit Dichtmasse |
Das sind gängige Maße; maßgeblich ist immer der Lochdurchmesser des Beschlags, und im Zweifel gilt: lieber eine Nummer stärker als zu schwach. Für ein Durchgangsloch mit normalem Spiel (ISO 273, mittlere Reihe) bohrt man 5,5 mm für M5, 6,6 mm für M6 und 9 mm für M8.
Muttern, Scheiben und Gegenplatten
- Selbstsichernde Mutter DIN 985: Der Nylonring verhindert, dass Vibrationen sie lösen. Sie ist die Standardmutter an Bord.
- Große Scheibe DIN 9021: Mit etwa dem dreifachen Nenndurchmesser verteilt sie den Druck auf das GFK. Unverzichtbar, wenn es keine Gegenplatte gibt.
- Hutmutter DIN 1587: Im Innenraum schützt sie Köpfe, Leinen und Haut vor Gewindeenden.
- Federring: Bei Edelstahl wenig sinnvoll; besser eine selbstsichernde Mutter.
Ein GFK-Deck von wenigen Millimetern oder ein Sandwich mit Schaum- oder Balsakern hält die punktuelle Last einer Mutter nicht aus. Die Gegenplatte verteilt die Kraft auf eine große Fläche. Sie kann aus Edelstahl sein (bei gleicher Festigkeit am dünnsten), aus Aluminium (leicht, aber vom Edelstahl zu isolieren), aus G10 oder Glasfaser-Epoxid-Laminat (korrodiert und fault nicht) oder aus mit Epoxid getränktem Bootsbausperrholz (günstig und wirksam, wenn gut versiegelt).
Kontaktkorrosion und Fressen
Edelstahl auf Aluminium: immer isolieren
An Masten, Bäumen, Plattformen, Bügeln und Motorhalterungen aus Aluminium korrodiert das Aluminium, wenn Edelstahl es bei Salzwasser berührt: weißes Pulver, zerstörtes Gewinde, festsitzende Schraube. Tragen Sie Isolierpaste auf das Gewinde auf und legen Sie Nylon-Scheiben unter Köpfe und Beschlagfüße.
Edelstahl auf Edelstahl: Gewindepaste
Edelstahl verschweißt kalt mit sich selbst, wenn er trocken und unter Druck verschraubt wird: Das nennt man Fressen (Galling). Vermeiden lässt es sich mit Gewindepaste auf dem Gewinde (siehe Schmierstoffe und Korrosionsschutz fürs Boot), mit Anziehen von Hand oder bei niedriger Drehzahl und ohne Schlagschrauber. Frisst eine Schraube auf halbem Weg, nicht mit Gewalt weiterdrehen: Sie würde abreißen.
Beschläge abdichten: Butyl oder Polyurethan
Jedes Bohrloch im Deck ist ein mögliches Leck, das zudem den Sandwichkern durchfeuchtet und faulen lässt. Gutes Abdichten beruht auf drei Dingen: Produkt, Vorbereitung und Anzug.
| Dichtmasse | Verhalten | Wann verwenden |
|---|---|---|
| Butyl (Band oder Strang) | Härtet nicht aus, bleibt plastisch und folgt Bewegungen | Bullaugen, Relingstützen, Schienen, später zu demontierende Beschläge |
| Marine-Polyurethan | Härtet elastisch aus und klebt zusätzlich | Feste Beschläge und Verbindungen, die jahrelang nicht angefasst werden |
| MS-Polymer / Hybrid | Härtet elastisch aus, gute UV-Beständigkeit | Vielseitige Alternative, auch auf Kunststoffen |
| Essigsäure-Silikon | Setzt Essigsäure frei, schlechte Haftung | Nie an Edelstahlbeschlägen oder auf Gelcoat |
Produkte im Vergleich finden Sie unter Dichtmassen und Silikone fürs Boot.
Einen Beschlag Schritt für Schritt montieren
- Beschlag auflegen und anzeichnen; prüfen, ob die Unterseite für Mutter und Gegenplatte zugänglich ist.
- Mit einem scharfen Bohrer bohren, zunächst mit einem Vorbohrer. Im Sandwich das Loch aufbohren, etwas Kern entfernen, mit eingedicktem Epoxid füllen und am nächsten Tag neu bohren, damit der Kern wasserdicht abgeschlossen ist.
- Die Bohrlochkante leicht ansenken: Die Dichtmasse bildet eine Dichtung um die Schraube, und das Gelcoat reißt nicht.
- Mit Isopropanol oder dem vom Dichtmassenhersteller empfohlenen Reiniger säubern.
- Dichtmasse unter den Fuß, rund um jedes Bohrloch und auf den Schaft auftragen, dazu Gewindepaste auf das Gewinde.
- In zwei Stufen anziehen: erst von Hand, ohne die ganze Dichtmasse herauszupressen; nach dem Aushärten (Polyurethan) oder am nächsten Tag (Butyl) das endgültige Anziehen durch Drehen der Mutter, nicht der Schraube, damit die Dichtung nicht reißt.
- Überschuss mit einem Kunststoffspachtel entfernen und das Abdeckband abziehen, bevor die Masse aushärtet.
Achtung: Blechschrauben gehören nicht an Klampen, Relingstützen oder Leitern. Arbeitet der Beschlag unter Last, gilt: Durchgangsschraube, Gegenplatte und selbstsichernde Mutter.
Häufige Fehler
- »Edelstahl« ohne Norm und Sorte kaufen: Steht nicht A4 oder 316 dabei, gehen Sie von A2 oder schlechter aus.
- Keine Gegenplatte und keine große Scheibe: Die Mutter sinkt ins GFK, und der Beschlag lockert sich.
- Essigsäure-Silikon als Dichtmasse.
- Schlagschrauber an Edelstahl: Fressen ist fast sicher.
- Endgültiges Anziehen am Kopf nach dem Aushärten der Masse: Die Dichtung reißt, und es entsteht ein Leck.
All das gilt für jede Installation, von Klampen bis zu Bimini-Beschlägen. Werfen Sie vor dem Start auch einen Blick auf das wichtigste Werkzeug an Bord.
Empfohlenes Zubehör zu diesem Ratgeber
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen A2- und A4-Schrauben?
A2 und A4 sind Bezeichnungen der Norm ISO 3506 für austenitische Edelstahlschrauben: A2 entspricht der 304-Familie (V2A), A4 der 316-Familie (V4A) mit Molybdän. Am Boot verwenden Sie für alles im Außenbereich oder mit Salzwasserkontakt A4.
Was bedeutet A4-70 oder A4-80?
Die Zahl gibt die Festigkeitsklasse an: 70 steht für eine Mindestzugfestigkeit von 700 MPa, 80 für 800 MPa. Die meisten handelsüblichen A4-Schrauben sind A4-70; A4-80 nimmt man bei höherer Belastung. Beide sind gleich korrosionsbeständig.
Welche Schrauben nehme ich für eine Klampe?
Durchgangsschrauben aus A4, meist M6 für Klampen bis 150 mm und M8 oder größer ab 200 mm, mit großer Unterlegscheibe, selbstsichernder Mutter und einer Gegenplatte darunter. Niemals Blechschrauben an einem Beschlag, der unter Last arbeitet.
Butyl oder Polyurethan zum Abdichten von Beschlägen?
Butyl härtet nicht aus, bleibt plastisch und dichtet Beschläge gut ab, die sich bewegen oder die Sie später wieder abbauen wollen. Marine-Polyurethan härtet aus und klebt zusätzlich: dauerhafter, aber schwerer zu demontieren. Beide sind geeignet; niemals verwendet werden sollte Essigsäure-Silikon.
Wie verhindere ich, dass Edelstahlschrauben fressen?
Fressen entsteht, wenn Edelstahl trocken, schnell und unter hohem Druck gegen Edelstahl verschraubt wird. Vermeiden lässt es sich mit Gewindepaste auf dem Gewinde, Anziehen von Hand oder bei niedriger Drehzahl und ohne Schlagschrauber.